Mariendorf: sub communione am 1. Sonntag nach Trinitatis/2

Mit sub communione bezeichnet man in der Liturgik und Kirchenmusik die während der Eucharistie oder dem Abendmahl erklingende Musik. Dabei kann es sich um Vokalmusik oder um Orgelmusik handeln. Ursprünglich wurden während dieser liturgischen Handlung Psalmen gesungen. Das Abendmahl (auch Eucharistie, Herrenmahl, Altarsakrament, Brotbrechen oder Gedächtnismahl genannt) ist eine Handlung im Rahmen eines christlichen Gottesdienstes, die an das heilvolle Sterben Jesu Christi erinnert und dieses vergegenwärtigt. Es geht auf das letzte feierliche Mahl Jesus von Nazarets mit seinen zwölf erstberufenen Jüngern (Aposteln) am Vorabend seines Todes zurück (gefeiert am Gründonnerstag) und gehört mit der Taufe zu den für fast alle christlichen Kirchen wesentlichen gottesdienstlichen Handlungen. Dabei ist Jesus Christus laut jeweiligem Glauben in der von ihm gegebenen Gemeinschaft, in seinem Wort, im Glauben an ihn, in den verteilten Gaben Brot und Wein gegenwärtig. Die Martin-Luther-Gedächtniskirche in Berlin-Mariendorf ist ein Denkmal und Zeitzeugnis. Sie wurde von 1933 bis 1935 auf der Grundlage lange bestehender Planungen erbaut. Bei der Gestaltung des Innenraums vermischten sich staatliche und kirchliche Symbolik. Die Gemeinde selbst sieht die Überreste dieser Gestaltung im Zeitgeist von 1933 als Denk- und Mahnmal. Seit 2004 wird die Kirche nicht mehr für den regulären Gottesdienst genutzt, da der Turm baufällig ist. Es ist derzeit noch offen, wie die Sanierungskosten in Höhe von 3,5 Millionen € aufgebracht werden können und welche Nutzung die Kirche finden wird. Im September 1933 begannen die Bauarbeiten. Der Kirchenbau wurde unter dem Zeichen der Arbeitsbeschaffung bei der noch immer hohen Arbeitslosigkeit gestartet. Am 22. Oktober 1933 wird der Grundstein gelegt. Steinberg steht hinter der Weltanschauung der neuen Machthaber und bringt die Elemente der Zeit bei der Gestaltung des Innenraums ein. Gemauerte Pfeiler tragen Kirchenschiff, Apsis und Turm. Eine Eisenkonstruktion bildet das Dach. Der Kirchturm war auf über 50 m geplant. Wegen der Nähe zum Flughafen Tempelhof wurde diese Maß auf 49,20 m reduziert, die sonst vorgeschriebenen Warnleuchten konnten entfallen. Eine 6,60 m hohe Glockenstube nahm vier Bronzeglocken auf. Die Fassade ist mit Kacheln verkleidet. Den Übergang von Kirchenschiff zum Altaraum bildet ein Triumphbogen. Dieser Bogen ist mit Symbolkacheln verkleidet, wo neben christlichen Motiven auch staatliche und nationalsozialistische Symbole zu finden sind. Die Hakenkreuze wurden entfernt, aber die zugehörigen Reichsadler verblieben an ihren Plätzen. Das gilt auch für die staatlichen Symbole, wie zum Beispiel das Balkenkreuz. Ähnlich sind de Apsisbögen gestaltet. In der Vorhalle befindet sich ein Relief des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg und von Martin Luther. An seiner Stelle befand sich früher ein Relief von Adolf Hitler. Der Altarraum wird durch neun bleiverglaste Fenster mit Stationen des Glaubensbekenntnisses belichtet. Der Altar wird von Holzfiguren der vier Evangelisten getragen. Die Holzarbeiten an Kanzel und Taufstein bezeugen den Zeitgeist. An der Kanzel gesellt sich ein Soldat zu den anderen Figuren aus der Bergpredigt. Und auch der Taufstein zeigt auf einer Seite einen Uniformierten. Am auffälligsten zeigt sich der Zeitgeist am Altarkreuz. Dort hängt kein leidender Christus, sondern ein deutscher Held. Eine besondere Vorgeschichte hat auch die Orgel. Vor ihrem Einbau wurde sie vorübergehend in Nürnberg für den Reichsparteitag 1935 eingesetzt. Hier Bilder von einer Konfirmation am 25. Mail 2008. Bewusst wurden Kanzel und Altarkreuz verhängt, um die "Nazi-Kunst" zu verbergen.

Mariendorf: sub communione am 1. Sonntag nach Trinitatis/2

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ChoralBerlin

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German

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